Kriterium 1: Befriedigung eines allgemeinen oder spezifischen Informationsbedürfnisses   

Ein Bild kann als gut bezeichnet werden:

  • wenn es eine Aktualität zum Inhalt hat (z.B.Pressefoto).
  • wenn es über ein Gebiet, das den Betrachter interessiert, informiert und das Wissen des Betrachters erweitert.
  • wenn die Information vollständig korrekt und verständlich ist.
  • wenn die Information von Nutzen für den Betrachter ist.

 

Kriterium 2: Befriedigung des Bedürfnisses nach neuen Seherlebnissen.    

Ein Bild kann als gut beurteilt werden:

  • wenn es etwas Bekanntes neuartig (originell) darstellt.
  • wenn es bekannte Sachverhalte in neuen Zusammenhängen zeigt.
  • wenn es Dinge, die unserem Auge verborgen bleiben, sichtbar macht.
  • wenn der Betrachter damit Unbekanntes oder Fremdartiges (Exotisches) kennenlernt.
  • wenn es die Phantasie des Betrachters anregt.
  • wenn durch Abstraktion des Motivs jede Verständlichkeit und Bezugsmöglichkeit entfällt.
  • wenn es ( durch entsprechende Gestaltung ) den Seh- und Wahrnehmungsprozess entweder vereinfacht oder aber verstärkt.
  • wenn von ihm visuelle Reize od. Signale ausgehen (formale und atmosphärische, stimmungshafte Dramatisierung des Inhalts).

 

Kriterium 3: Befriedigung des Bedürfnisses nach menschlicher Anteilnahme (Human touch)

Ein Bild kann als gut beurteilt werden:

  • wenn es die latente od. konkrete Sensationslust des Betrachters anspricht.
  • wenn es vitale Interessen (zB Sexualität, Gesundheit, Umweltbedrohung usw.) zum Inhalt hat.
  • wenn es das Bedürfnis nach sozialem Kontakt stillt, ( Geschicke von Mitmenschen, Befriedigung von  Neugierde, Vergleichsmöglichkeit mit eigenem Leben usw.)
  • wenn von ihm ein starker emotioneller Appell ausgeht( Auslösen von Gefühlen der Angst, Freude, Hoffnung des Glück)

 

Kriterium 4: Befriedigung des Bedürfnisses nach Schönheit, Harmonie und "heiler Welt"

Ein Bild kann als gut beurteilt werden:

  • wenn es unseren Sinn für Ästhetik und Harmonie anspricht,
  • wenn es unsere (Um-) Welt euphemistisch, d.h.beschönigend darstellt,
  • wenn es eine Alibifunktion erfüllt, indem es zeigt, dass alles nur halb so schlimm ist>.
  • wenn es dem Betrachter hilft, unangenehme Tatsachen oder Gefühle zu verdrängen.
  • wenn es einen Zustand idealisiert.

 

Kriterium 5: Befriedigung des Bedürfnisses nach Erhaltung     

Ein Bild kann als gut beurteilt werden:

  • wenn es beim Betrachter Erinnerungen provoziert oder verstärkt,
  • wenn es die Illusion vermittelt, Vergängliches, nicht Wiederholbares würde mit dem Bild fixiert, wenn es den Wunsch nach Unsterblichkeit scheinbar befriedigt,
  • wenn es dem Betrachter die mentale Möglichkeit der Flucht in die Vergangenheit ermöglicht. (Nostalgie)

 

Kriterium 6: Befriedigung des Bedürfnisses nach individueller Zuordnung                 

Ein Bild kann als gut bezeichnet werden:

  • wenn es eigene Ansichten zu einem Thema, zu einem Sachverhalt oder einer ideellen Auffassung bestätigt.
  • wenn es zum Widerspruch in Bezug auf eine Ansicht herausfordert..
  • wenn es dem Betrachter Gelegenheit bietet einen eigenen Standpunkt zu beziehen.
  • wenn das Bild das Image des Betrachters fördert (Verwendung der Aufnahme als Statussymbol, z.B. bei Sammlern)

 

Kriterium 7: Adäquates und wirkungsteigerndes Bildumfeld

Ein Bild kann als gut bezeichnet werden:

  • wenn es durch eine geeignete Präsentation aufgewertet wird.
  • wenn es in einem idealen medialen oder redaktionellen Umfeld steht.

 

Kriterium 8: Weitere Komponenenten.      

Ein Bild kann als gut bezeichnet werden:

  • wenn der Fotograf sehr bekannt und anerkannt ist oder wenn die Aufnahme einen hohen Marktwert hat (oft bei geschmacklicher Unsicherheit des Betrachters).
  • wenn das Bild von einer Bezugsgruppe des Betrachters als Kunstwerk bezeichnet wird.
  • wenn das Bild in einem fotografischen Trend liegt oder einen fotografischen Trend auslöst.

 

Quelle: Nikon News
      Autor: Roland Kiefer