"Die überwältigende Mehrzahl aller Fotos ist ohne jedes Interesse für irgendjemand, den Fotografen selbst eingeschlossen, ..."

Andreas Feiniger, Feiningers Grosse Fotolehre

„Lies Feininger“ schreibt Michael Albat in seinen Texten zur Fotografie. Und weiter:

„Mein fotografisches Leben ist eng verbunden mit dem Buchautor Andreas Feininger. Einige seiner Ratschläge habe ich sehr früh als für mich nützlich erkannt, andere erst später. Diese Erfahrung möchte ich weitergeben.“ (Michael Albat)

Die Art und Weise, wie Albat von Feininger schwärmt und die Texte, die er zitiert, haben mich auf den Buchautor Andreas Feininger neugierig gemacht. Das Buch „Richtig sehen – besser fotografieren, 1973“ wollte ich unbedingt haben. Da es dieses Werk nicht mehr neu zu kaufen gibt, wurde es mein erstes antiquarisches – und wohl auch teuerstes - Buch.

Ich bereue den Kauf aber überhaupt nicht. Andreas Feininger war nicht nur ein großer Fotograf, er war auch ein ausgezeichneter Fotolehrer und Buchautor. Seine Werke haben wirklich das Zeug, seine Leser fotografisch weiterzubringen. Er weiß, warum viele Bilder nicht funktionieren und belanglos bleiben. Vor allem versteht er es, dieses Wissen zu vermitteln und in klaren Worten auszudrücken.

Im Moment bin ich noch dabei, Feininger zu lesen und seine Sichtweise zu verstehen. Gedanken, die ich für besonders nützlich halte, möchte ich in Beiträgen wie diesen vorstellen. 

Vorab schon mal eine kleine Kostprobe:

Die überwältigende Mehrzahl aller Fotos ist ohne jedes Interesse für irgendjemand, den Fotografen selbst eingeschlossen, der solche Bilder nur deshalb aufnimmt, weil er ähnliche in Zeitschriften oder auf Ausstellungen gesehen hat. … Ein Foto, das niemand interessiert oder gefällt, hat seinen Zweck verfehlt und ist wertlos, …

Andreas Feiniger, Feiningers Grosse Fotolehre, 1979

 

Genauso klar sagt Feiniger woran es liegt und gibt Tipps für bessere Bilder:

Daher ist der beste Rat, den ich Ihnen geben kann, um die Güte Ihrer Arbeiten zu steigern, … sich auf solche Motive zu konzentrieren, die Sie persönlich interessieren.

Interesse vonseiten des Fotografen am Motiv seiner Aufnahme ist erste Voraussetzung für jeden Erfolg. Sie ist die Grundlage für jede Art schöpferischer Tätigkeit. Nur wenn der Fotograf von dem, was er fotografiert, innerlich bewegt ist, kann er jenen Zauber in seine Darstellung legen, der allein Interesse und Vorstellungskraft des Betrachters anregen kann.

Andreas Feiniger, Feiningers Grosse Fotolehre, 1979