Der Mensch im Bild

Jeder Fotograf sollte danach trachten, die Zielsetzung einer Porträtaufnahme in den Griff zu bekommen und die verschiedenen, die Bildwirkung beeinflussenden Komponenten darauf abzustimmen.

Mit der Wahl des Bildausschnittes, mit dem Bestimmen von Objektiv, Hintergrund, Beleuchtung und größtmöglicher Schärfe ist es nicht getan.

Es ist wichtig, sich vor der Aufnahme Klarheit darüber zu verschaffen, für wen sie das Porträt machen, d.h. wie die "Botschaft formuliert" sein soll, um den Erwartungen des Betrachters gerecht zu werden.

Porträtaufnahmen unterscheidet man in:
  • Dekoratives Schönporträt
  • Eng-gefasstes Kopfporträt
  • Menschenbild mit dekorativem Umfeld
  • Menschenbild mit charakterisierendem Umfeld
  • Doppelbelichtung
  • Problemfoto
  • Lifebild, (auch Sportfotografie)
  • Arrangiertes Lifebild
  • Experimentelles Menschenbild
Drei Porträtarten:
  1. → die den dargestellten Personen gefallen müssen, (Schokoladenseite)
  2. → die Sie im Auftrag Dritter herstellen, (eigene Ansichten zurückstecken) Fragen nach Zweck.
  3. → die bei einem kunstsachverständigen Publikum Beifall finden sollen (Juroren bei Wettbewerben), (kennt Modell nicht, Persönlichkeit ist sekundär)
Bildausschnitt

Mit Kamera; Detail - Totale;

Bildwinkel

Fotogene Seite suchen

Vorderansicht

    • Frontal, Eindruck der Förmlichkeit
    • gehobener Blick - erhaben
    • gesenkter Blick - nachdenklich, event. überheblich
    • Blick nach rechts - aktiv, zielstrebig
    • Blick nach links - passiv, verinnerlicht

Dreiviertelansicht

    • Eindruck natürlicher, ungezwungener, bei Blick in die Kamera verbindlicher

Profil (nicht jede Person geeignet)

    • Betont werden:
      gewölbte und fliehende Stirn,
      vorspringende Unter- od. Oberlippe, Nase, Kinn, usw.

 Für alle Ansichten gelten noch folgende Aspekte:

bei tiefem Kamerastandpunk (Unteransicht):
überlegen, dynamisch, willensstark,

mit Augen zur Kamera:
herausfordernd oder schnippich Betont werden: runde Kopfform, breite Nase, energisches und breites Kinn, langer Hals.

bei hohem Kamerastandpunkt (Oberansicht):
bescheiden, besonnen, hilfsbedürftig, anschmiegsam Betont werden: Hohe, schmale Stirn

Bei allen Ganzkörperaufnahmen ist auf die optische Verlängerung der Beine zu achten.

Hintergrund

Für alle Porträt-aufnahmen sollte ein neutrales Umfeld oder ein einfarbiger Hintergrund gewählt werden.

Haltung und Pose des zu porträtierenden (Wirkung)

zurückgeworfener Kopf → Arroganz, Stolz
frontal → massig
zurücklehnen → Lässigkeit, Ruhe, D

 

Kopfportrait AugenhöheFrontal aus Augenhöhe:

normale Position um Porträtaufnahmen zu machen.

 

 

Kopfportrait von untenFrontal von unten:

Kopf neigt sich nach hinten,
Gesichtsfront wird breiter - geschlossener,
Augenlinie rückt nach oben, Stirn kleiner,
Kinn wird größer - energischer, Lippen dicker,
Backenknochen holen vor, wirkt brutal,
Nase wird kürzer, sportlich, vital

 

Kopfportrait von obenFrontal von oben (ohne Kopfneigung nach unten):

Augenlinie verschiebt sich nach unten,
Stirn stark betont, untere Gesichtshälfte wird schmäler,
Lippen werden dünner, Kinn tritt zurück,
Nase wird länger,   (nachdenklich - Denkerstirn)

  Nach Aufzeichnungen von N. Weber